Die Spieler haben das kaum betreten und schon gab es den ersten Rückschlag.
Die Gäste aus Wilhelmshaven bekommen einen Freistoß. Mittelfeldakteur
Ali Moslehe verwandelte diesen aus ungefähr 25 Metern direkt zum 0:1.
Es waren gerade mal gut 60 Sekunden gespielt. Ein früher Schock für die
Leipziger, nun musste man wieder einen Rückstand hinterher rennen.
Zunächst schien der Rückstand die Spieler nicht geschockt zu haben.
RB Leipzig übernahm die Kontrolle im Spiel, Wilhelmshaven konnte sich
nach dem Traumstart mit der frühen Führung auf die Defensive konzentrieren.
Spielerisch konnte man zunächst für keine Gefahr sorgen. Wie schon
in den vergangenen Spielen gab es Gefahr nach Standards: Nach einer
Ecke von Müller köpft Frommer nach Ablage von Watzka über das Tor.
In den Folgeminuten gab es immer wieder Standards die durchaus für
Gefahr im Strafraum der Nordländer sorgten, klare Chancen blieben aber zunächst aus. Nach
gut 20 Minuten wurde der Druck der "Bullen" immer größer. Die ersten
guten Chancen waren dann auch zu verzeichnen: Ein Kopfball von Rosin
wird auf der Linie geklärt, ein Distanzschuss von Timo Rost verfehlt
das Tor nur knapp. Wilhelmshaven hatte kaum noch Zugriff auf das Spiel,
in der Offensive war nicht zu sehen und die Probleme in der Abwehr
wurden größer.
In der 28. Minute fiel der hoch verdiente Ausgleich: Nach einer Ecke
von Müller köpft Rosin zum 1:1 ein. Dieser Treffer hatte sich zuvor
stark angedeutet, RB dominierte die Partie. Nach dem Ausgleich spielte
RB Leipzig weiter zielstrebig und offensiv, drängte die Gäste in die
Defensive. Nach einer Flanke von Ismaili hatte Frommer die große
Chance das Spiel innerhalb von nur vier Minuten zu drehen, er köpfte
aber knapp neben das Tor.
In den letzten zehn Minuten vor der beruhigte sich das Spiel etwas.
Im Mittelfeld gab es viele Zweikämpfe, diese zerstörten den Spielfluss.
Die gelben Karten für Wilhelmshaven war das Sinnbild für diese Spielphase.
Es wirkte so als warte man auf die Pause. Doch dann gab es doch noch ein
Highlight: Frommer dringt in den Strafraum ein und schießt Richtung Tor,
trifft aber nur den Pfosten. Der Ball landet bei Frahn, dessen Flanke
erreicht Watzka, der dann die verdiente Führung erziehlt. Halbzeitstand 2:1
In der zweiten Halbzeit begannen die Gäste wieder etwas mutiger. Dabei
kamen sie zu guten Chancen, die jeweils Sven Neuhaus gut entschärfte.
Die Leipziger schien noch nicht ganz auf dem Platz. Nach gut zehn Minuten
konnte RB das Spiel wieder unter Kontrolle bekommen. Es häuften sich auch
die Chancen auf das dritte Tor. Nach Standards wurden die Wilhelmshavener
immer anfälliger. Die Abwehraktionen waren immer am Rande eines Fouls, man
hätte sich über einen Strafstoß nicht beschweren können. Dann gab auch auch
Chancen aus dem Spiel: Frommer (63.) und der zuvor eingewechselte
Paul Schinke (70.) scheiterten am guten Keeper der Gäste. Es war nur eine
Frage der Zeit bis das entscheidente Tor fällt.
Das Spiel wurde immer unfairer, die Karten häuften sich. Der schon zuvor
aufgefallenen Timo Rost sah wegen einer Tätlichkeit in der 76. Minute
die rote Karte. Damit geriet RB nochmals unter Druck. Tariner Oral reagierte
auf die Unterzahl und brachte Defensivmann Kläsener für Frommer. Die
Emotionen kochten im Stadion und auf dem Feld immer höher. Der Schiedsrichter,
dessen Entscheidungen nicht alle glücklich waren, versuchte mit
gelben Karten das Spiel zu beruhigen.
Nach einem Torwartfehler konnte Daniel Frahn drei Minuten
vor Schluss für die Entscheidung sorgen. Kurz darauf hätte er sorgar
noch erhöhen können, scheiterte aber am Torwart der Gäste. Dann ging
Frahn vom Feld, für ihn kam der von den Fans geforderte Kammlott.
In der Nachspielzeit kam wieder Spannung auf, denn Wilhelmshaven
verkürzte auf 3:2. Torschütze war war Schlüter. Ein unnötiger Gegentreffer
für die Leipziger.
Am Ende ein verdienter, aber wieder knapper Erfolg für RB Leipzig. Spielerisch
hat man Verbesserungen erkennen können, aber es bleibt nach wie vor ausbaubar.
Am Ende stehen 3 Punkte und eine Sperre für Timo Rost, der in den nächsten
Partien fehlen wird.
Damit verkürzt man den Rückstand auf Tabellenführer Chemnitz wieder
auf 4 Punkte. Am Wochenende geht es wieder in den Norden. In Bremen
trifft man auf Oberneuland, die zuletzt gegen Wilhelmshaven (5:1)gewannen und heute
in Lübeck (3:2) verloren.
Am Mittwoch um 18:30 geht die englische Woche für RB Leipzig weiter.
In der heimischen Red Bull Arena empfangen die "Bullen" das Nordlicht
aus Wilhelmshaven. Nach drei Siegen in Folge will man die Siegesserie
weiter ausbauen. Die Partie gegen den 13. der Tabelle wird sich wohl
wieder zu einem Gedultsspiel werden, nach den 5 Gegentoren gegen Oberneuland
wird die Defensive Priorität haben.
Wilhelmshaven steht nach 2 Siegen, einem Remis und drei Niederlagen im
unteren Tabellendrittel. Wie schon letzte Saison will man so wenig wie
möglich mit dem Abstieg zu tun haben. In der bisherigen Saison sah man von
den Nordländern wechselhafte Leistungen. Am letzten Spieltag verlor man 5:1
zuhause gegen den bis dahin puntlosen FC Oberneuland. Eine Woche davor
zeigte man bei dem Sieg in Lübeck ein starke Leistung.
Am Mittwoch reist Wilhelmshaven mit Personalsorgen nach Leipzig.
Mit Steffen Puttkammer und Andreas Gaebler (Rotsperre) fehlen sicher zwei Stammspieler.
Hinter den Einsatz von Dario Fossi und Radek Spilacek steht noch ein Fragenzeichen.
Sollten sich die Ausfälle bestädigen dann könnte es zu Lügen auf der
Ersatzbank kommen.
Bei RB Leipzig sieht die Ausgangslage besser aus. Alle Spieler aus
den Siegerteam gegen Hamburg sind trotz der kurzen Regenerationsphase
einsaztbereit. Der angeschlagene Tom Geißler wird wohl bus Mittwoch nicht
fit sein. Trainer Thomas Oral wird wohl trotz der englischen Woche nicht
zur Rotation greifen. Das Team aus dem Spiel gegen Hamburg wird auch gegen
Wilhelmshaven antreten. Nur im Sturm könnte Frommer wieder in die
Anfangself zurück kehren.
Oral erwartet wieder ein Gedultsspiel, ein schönes Spiel sei nicht zu
erwarten. In der LVZ sagte er: "Attraktivität spielt momentan keine Rolle"
und betonte das Ziel für dieses Spiel: "Es ist wichtig, dass wir gegen
den SV Wilhelmshaven in der Siegesspur bleiben." Damit rückt er von seinen
Forderungen nach spielerisch guten Fussball ab. Vorerst zählen ersteinmal
die Ergebnisse um den Rückstand auf die Tabellenspitze nicht anwachsen zu lassen.
Der gute Fussball wird sich dann bei guten Ergebnissen einstellen.
Die Zuschauerzahl an einem Mittwoch wird wohl nicht an den bisherigen Schnitt
von 6000 Zuschauern heran reichen. Da für Mittwoch gutes Fussballwetter zu erwarten
ist könnte der angestrebte Schnitt von 2000 Zuschauern durchaus machbar sein.